Business & Strategie
Businessplan für Einsteiger: die 8 Kapitel ausfüllen und den ersten Plan fertigstellen
Einsteiger | 2 Whiteboard-Seiten · Aufgabenboard mit 5 Spalten (4 Hauptaufgaben, 12 Teilaufgaben)
Einsteiger: Ohne Fachbegriffe. Beantworten Sie einfach die Fragen auf dem Whiteboard anhand der Ausfüllbeispiele, dann nimmt das Ergebnis Gestalt an.
Eine Einsteiger-Vorlage für Kleinunternehmer und Nebenerwerbsgründer, die zum ersten Mal einen Businessplan schreiben und wissen wollen, was in jedes der 8 Kapitel gehört. Das Whiteboard ist zweiseitig, links eine Tabelle der 8 Kapitel mit den Spalten Was hineingehört und Beispiel, eine 3C-Analyse in drei Spalten und eine 4P-Analyse in vier Spalten, rechts ein Rahmen zu den Lesern, die fünf Schritte der Schreibreihenfolge, drei Rahmen mit typischer Kritik, eine Notiz zu Umsatz und Kosten und zwei Checklisten vor der Abgabe. Das Taskboard hat fünf Spalten, Material sammeln, Entwurf, Zahlen, Prüfen und Fertig, mit 4 Hauptaufgaben und je 3 Unteraufgaben, zusammen 16, alle noch offen. Weil jedes Kapitel vorgibt, was hineingehört, sitzt niemand vor einem leeren Blatt. Alle Beträge stehen in Euro. Wer bei Markt und Wettbewerb nicht weiterkommt, füllt zuerst die 3C-Spalten aus, daraus wird der Entwurf für Kapitel 4; die 4P-Spalten werden zum Entwurf für Kapitel 3 und 5.
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Businessplan Starter-Board
So geht's: (1) Festlegen, wer den Plan liest → (2) Die Tabelle der 8 Kapitel ausfüllen → (3) Aus der 3C-Analyse einen Satz zum Erfolgsweg machen → (4) Mit der 4P-Analyse den Vertrieb festlegen → (5) In der Schreibreihenfolge die Zahlen rechnen → (6) Vor der Abgabe beide Checklisten durchgehen
1. Die 8 Kapitel (was hineingehört, mit Beispiel)
| Was hineingehört | Beispiel | |
|---|---|---|
| 1. Kurzprofil | Was, an wen und wie verkauft wird, in drei Zeilen. Zuletzt schreiben, nach vorn stellen. | z. B. fertige Gerichte im Monatsabo für Doppelverdiener-Haushalte, abends am Laden beim Bahnhof abzuholen oder geliefert. |
| 2. Gründungsmotiv | Warum ausgerechnet man selbst. Erfahrung, Ausbildung und Auslöser als Tatsachen. | z. B. sieben Jahre im Feinkostladen, drei davon als Leitung. Berufstätige Freunde fragten ständig nach dem Abendessen. |
| 3. Produkt und Leistung | Sortiment, Preis, Wareneinsatz, Unterschied zum Nachbarladen. Menüentwurf beilegen. | z. B. 4,00 € pro Gericht (Wareneinsatz 1,60 €). Zwei Beilagen dabei. Eine Ernährungsberaterin hält das Salz unter 2 g. |
| 4. Markt und Wettbewerb | Einwohner und Haushalte im Umkreis, Preis und Stärke von drei Wettbewerbern, eigener Erfolgsweg. | z. B. 4.200 Doppelverdiener-Haushalte im Umkreis von 2 km. Zwei Supermärkte, ein Imbiss. Nach 21 Uhr gibt niemand Essen aus. |
| 5. Vertriebsstrategie | Wie man bekannt wird, wie gekauft wird und wie Kunden bleiben. | z. B. Flyer vor Kitas und Beiträge in sozialen Netzen. Erster Monat halber Preis, danach Abo mit 8 Gerichten im Monat. |
| 6. Team und Personal | Wer macht was. Kopfzahl, Vertragsform und Personalkosten. | z. B. Inhaber (Küche und Einkauf) plus zwei Aushilfen von 19 bis 22 Uhr. Personalkosten 2.100 € im Monat. |
| 7. Rentabilitätsplan | Umsatz, Wareneinsatz, Kosten und Gewinn je Monat. Jahr eins über 12 Monate. | z. B. Umsatz 8.000 €, Wareneinsatz 3.200 €, Kosten 3.700 €, Gewinn 1.100 €. Break-even bei 6.200 € Umsatz. |
| 8. Kapital und Zeitplan | Wie viel nötig ist, woher es kommt und wann was passiert. | z. B. Ausstattung 24.000 € plus 7.500 € Betriebsmittel. Eigenmittel 12.500 € plus Darlehen 19.000 €. Vertrag im März, Eröffnung im Mai. |
2. 3C-Analyse (Marktumfeld) — aus Kunde, eigenem Unternehmen und Wettbewerb einen Satz zum Erfolgsweg machen
Customer Kunde und Markt
- Wer kauft, in einer Zeile z. B. Haushalte mit zwei Berufstätigen, die werktags nach 20 Uhr nicht kochen
- Zahlen aus dem Umkreis mit Quelle z. B. 4.200 Doppelverdiener-Haushalte im Umkreis von 2 km (Zensus 2025)
- Das Problem in den Worten der Kunden z. B. "hier hat abends um neun kein Feinkostladen mehr offen"
Company Eigenes Unternehmen
- Stärken so, dass Kapitel 4 sie nutzen kann z. B. sieben Jahre Feinkost, 10 Gerichte in 20 Minuten vorbereitet
- Heutige Kapazität z. B. bis 80 Gerichte am Tag (diese Grenze deckelt den Umsatzplan)
- Auch eine Schwäche notieren z. B. keine Liefererfahrung (im ersten Jahr überwiegt die Abholung)
Competitor Wettbewerb
- Die drei nächsten vor Ort ansehen z. B. zwei Supermärkte und ein Imbiss
- Preis und Schließzeit selbst messen z. B. 2,50 bis 4,40 € pro Gericht, alle schließen um 21 Uhr
- Den Vorsprung in eine Zeile z. B. nach 21 Uhr gibt niemand Essen aus = Erfolgsweg für Kapitel 4
3. 4P-Analyse (Marketing-Mix) — Produkt und Preis werden Kapitel 3, Distribution und Werbung Kapitel 5
Product Produkt
- Auf eine Sache eingrenzen z. B. Menübox mit einem Hauptgericht und zwei Beilagen (Salz unter 2 g)
Price Preis
- Preis und Wareneinsatz nebeneinander z. B. 4,00 € (Wareneinsatz 1,60 €, Quote 40 %)
Place Distribution
- Wo übergeben wird z. B. Abholung im Laden beim Bahnhof und Lieferung im Umkreis von 2 km
Promotion Werbung
- Höchstens zwei Wege z. B. Flyer vor Kitas und Beiträge in sozialen Netzen
4. Was ein Businessplan ist und wer ihn liest (Bank, Investor, man selbst)
- Was ein Businessplan ist z. B. ein Dokument, das Inhalt des Vorhabens sowie Bedarf und Ertrag so darstellt, dass Außenstehende urteilen können. Fünf bis zehn A4-Seiten sind üblich.
- Wer ihn liest (eine Option wählen) z. B. der Gründungsschalter der Hausbank, der über ein Darlehen von 19.000 € entscheidet. Sonst: Investoren / eigene Klärung / Lieferanten
- Die drei Fragen jedes Lesers Verkauft es sich wirklich / kann zurückgezahlt werden / kann diese Person das. Bleibt eine davon offen, kommt der Plan zurück.
5. Die Schreibreihenfolge (erst Inhalt, dann Zahlen, dann Kurzprofil)
- 1. Material sammeln Umkreisdaten, Preise der Wettbewerber und den eigenen Werdegang vorab bereitlegen. z. B. Einwohnerzahlen aus dem Zensus, bei allen drei Wettbewerbern selbst einkaufen. Das spart Zeit vor dem leeren Blatt. Das Gesammelte auf die drei Spalten der 3C-Analyse hängen.
- 2. Kapitel 3 bis 6 schreiben In der Reihenfolge Produkt, Markt, Vertrieb, Team ausfüllen. Das ist der Kern des Plans. Mit gesicherten Tatsachen beginnen, Unklares vorerst leer lassen. Den Vertrieb erst nach der 4P-Analyse in Kapitel 5 schreiben.
- 3. Kapitel 7 und 8 rechnen In der Reihenfolge Umsatz, Wareneinsatz, Fixkosten, Gewinn, Kapitalbedarf rechnen. Jede Zahl in Rahmen 9 (Woher die Zahlen kommen) übertragen, damit die Herkunft erhalten bleibt.
- 4. Kapitel 1 und 2 schreiben Erst wenn Inhalt und Zahlen stehen, Kurzprofil und Motiv schreiben. Zuletzt geschrieben, passt das Kurzprofil in drei Zeilen. Zuerst geschrieben, wird es immer neu geschrieben. z. B. fertige Gerichte für Doppelverdiener-Haushalte, abends am Laden beim Bahnhof abzuholen oder geliefert.
- 5. Gegenlesen lassen Eine Person bitten, Familie, jemand aus der Branche oder eine Beratungsstelle. Jede Stolperstelle in die Kritikrahmen eintragen und mit einer Zeile Beleg korrigieren.
6. Typische Kritik (Zahlen)
- z. B. der Umsatz stützt sich nur auf „wir geben uns Mühe“
- z. B. Wareneinsatz und Personal fehlen, der Gewinn wirkt zu hoch
- z. B. die Tilgung fehlt in der Liquidität (die Tilgung ist kein Aufwand, das Geld fließt trotz Gewinn ab)
- Jede Zahl über Preis mal Menge erklären
7. Typische Kritik (Inhalt)
- z. B. im Plan steht, es gebe keine Wettbewerber
- z. B. die Zielgruppe ist am Ende einfach alle
- z. B. die eigene Erfahrung passt nicht zum Vorhaben
- Die Kapitel, die das Verkaufen belegen, ausführlicher machen
8. So korrigiert man einen Einwand
- Den Einwand nicht löschen, sondern mit einer Zeile Beleg korrigieren
- Fehlende Zahlen vorläufig setzen und die Quelle danebenschreiben
- z. B. 4.200 Haushalte im Umkreis von 2 km (Zensus 2025)
- Das Datum der Korrektur festhalten, die alte Fassung nicht überschreiben
9. Woher die Zahlen kommen (Umsatz, Wareneinsatz, Fixkosten)
- Herkunft des Umsatzes z. B. 4,00 € x 80 Gerichte x 25 Tage = 8.000 € im Monat. Die 80 stammen aus der Messung beim Wettbewerb und der eigenen Vorbereitungszeit.
- Wareneinsatz und variable Kosten z. B. 1,60 € Zutaten je Gericht (40 % vom Preis von 4,00 €). Bei 2.000 Gerichten im Monat sind das 3.200 €. Boxen und Verpackung stecken in den 3.700 € Kosten aus Kapitel 7. Angebote beider Lieferanten aufbewahren.
- Fixkosten und Tilgung z. B. Miete 1.150 €, Personal 2.100 €, Energie 300 €, Verpackung und Sonstiges 150 €, zusammen 3.700 € Kosten. Dazu fließen 330 € Tilgung aus der Kasse ab (die Tilgung ist kein Aufwand).
10. Vor der Abgabe prüfen (Form)
- Alle 8 Kapitel sind vorhanden
- Keine Zahl widerspricht einer anderen über die Kapitel hinweg
- Durchgehend Euro, keine gemischten Einheiten
- Einmal am Stück auf Tippfehler und Namensschreibung lesen
11. Vor der Abgabe prüfen (Inhalt)
- Kapitel 4 und 5 belegen, dass es sich verkauft
- Kapitel 7 und 8 belegen, dass zurückgezahlt werden kann
- Kapitel 2 bis 6 belegen, dass diese Person es kann
- Wer den Plan neu liest, erklärt das Vorhaben in drei Minuten
Inhalt des Aufgabenboards
Material sammeln 16 Einträge
Kapitel verstehen
Vor dem ersten Satz das Gesamtbild und den Leser festlegen. Steht beides fest, ergibt sich von selbst, was in welches Kapitel gehört.
Leser festlegen
Eine Verwendung wählen, Bank, Investor oder eigene Klärung. Der Leser bestimmt, wie tief der Plan gehen muss.
8 Kapitel notieren
Die 8 Kapitel aus der Tabelle auf Papier oder Board übertragen und markieren, was heute schon schreibbar ist.
Musterplan lesen
Einen echten Plan lesen, etwa das Musterbeispiel der Hausbank oder der IHK, um Umfang und Detailtiefe zu spüren. Zum Nachbauen lesen.
Inhalt schreiben
Der Kern des Plans, Kapitel 3 bis 6. Mit dem beginnen, was als Tatsache feststeht, und Lücken offen lassen statt stehen zu bleiben.
Angebot beschreiben
Sortiment, Preis, Wareneinsatz und den Unterschied zum Nachbarladen schreiben. Fotos oder einen Menüentwurf beilegen, falls vorhanden.
Markt recherchieren
In die 3C-Analyse auf Rahmen 2 Einwohner und Haushalte im Umkreis, Preise und Schließzeiten von drei Wettbewerbern und die eigene Erfahrung eintragen, dann den Erfolgsweg in einen Satz fassen.
Vertrieb planen
Die 4P-Analyse auf Rahmen 3 ausfüllen, Produkt, Preis, Distribution und Werbung, und dann in Kapitel 3 und 5 übertragen. Höchstens zwei Wege der Kundengewinnung.
Zahlen aufbauen
Kapitel 7 und 8, Rentabilität und Kapitalbedarf. Jede Zahl bekommt Preis mal Menge oder eine Quelle und wird auf dem Notizrahmen festgehalten.
Umsatz schätzen
Den Monatsumsatz aus Preis mal Kunden mal Tagen rechnen. Die Kundenzahl aus der Messung beim Wettbewerb oder der eigenen Kapazität ableiten.
Kosten auflisten
Variable Kosten wie Wareneinsatz von Fixkosten wie Miete, Personal und Tilgung trennen und beides als Monatsbetrag auflisten.
Finanzierung klären
Investitions- und Betriebsmittelbedarf addieren, dann Eigenmittel und Darlehen aufteilen, bis hin zur monatlichen Rate.
Abgabe fertigstellen
Erst wenn Inhalt und Zahlen stehen, kommen Kurzprofil und Gründungsmotiv. Die erste Seite entsteht zuletzt.
Kurzprofil schreiben
Was, an wen und wie verkauft wird, in drei Zeilen zusammenfassen und in Kapitel 1 setzen. Zuletzt geschrieben, wird es kurz.
Gegenlesen lassen
Eine Person bitten, Familie, jemand aus der Branche oder eine Beratungsstelle, und jede Stolperstelle in die Kritikrahmen eintragen.
Endkontrolle
Fehlende Kapitel, widersprüchliche Zahlen, gemischte Einheiten und Tippfehler in einem Durchgang prüfen und dann abgeben.