Kreativ & Ziele
Brainstorming für Einsteiger: Session mit 4 Regeln leiten, clustern und eingrenzen
Einsteiger | 2 Whiteboard-Seiten · Aufgabenboard mit 5 Spalten (4 Hauptaufgaben, 12 Teilaufgaben)
Einsteiger: Ohne Fachbegriffe. Beantworten Sie einfach die Fragen auf dem Whiteboard anhand der Ausfüllbeispiele, dann nimmt das Ergebnis Gestalt an.
Wer zum ersten Mal ein Brainstorming leitet, sammelt mit dieser Vorlage für Einsteiger in 60 Minuten mit 4 bis 6 Personen alle Ideen unter 4 Regeln und grenzt sie danach ein. Auf der linken Seite des Whiteboards stehen das Thema mit den 4 Brainstorming-Regeln, eine Ideenlandkarte mit 6 Zweigen, 3 Rahmen zum Gruppieren ähnlicher Zettel und die sechs Denkhüte, auf der rechten Seite eine SCAMPER-Checkliste mit 7 Zeilen, eine Matrix aus Wirkung und Machbarkeit und ein Ablauf in 5 Schritten. Das Aufgabenboard hat 5 Spalten - Thema und Vorbereitung, Ideen sammeln, Gruppieren, Auswählen und Nächste Schritte - und startet mit 4 Hauptaufgaben und 12 Teilaufgaben von der Vorbereitung bis zur Zuständigkeit, alle offen. Wenn unklar ist, wie ein Brainstorming abläuft oder immer dieselbe Person spricht, hilft es, zuerst die 4 Regeln vorzulesen und fünf Minuten still schreiben zu lassen. Das Thema ist nicht festgelegt, das Board passt für Prozessverbesserung ebenso wie für Produktideen.
Mit einem kostenlosen Konto können Sie diese Vorlage aus dem Marktplatz kopieren
Whiteboard-Vorschau
Whiteboard-Inhalt als Text lesen
Brainstorming-Session-Board
So funktioniert es: (1) Thema und die 4 Regeln vorlesen → (2) Fünf Minuten still schreiben und ankleben → (3) Ähnliche Zettel bündeln und benennen → (4) Mit den sechs Denkhüten die Perspektive wechseln → (5) In der Matrix auf zwei Ideen eingrenzen und Zuständige festlegen
1. Die 4 Brainstorming-Regeln (zu Beginn vorlesen) / Thema: ____ / Moderation: ____ / Zeitplan in Rahmen 9
- Regel 1 Keine Kritik Keine Idee wird abgelehnt. "Aber", "geht nicht" und "hatten wir schon" bleiben ungesagt. z. B. Auch wer an die Kosten denkt, klebt den Zettel zuerst auf. Risiken kommen beim schwarzen Hut in Rahmen 6, bewertet wird gesammelt in der Matrix in Rahmen 8.
- Regel 2 Spinnen ist erlaubt Ob es machbar ist, klärt sich später. Je überspitzter die Idee, desto willkommener. z. B. "Die Besprechung ersatzlos streichen" und "Alle bleiben stehen" kommen genauso aufs Board.
- Regel 3 Quantität vor Qualität Die guten Ideen werden in der zweiten Hälfte gewählt. Zuerst zählt die Menge. z. B. Mit 4 bis 6 Personen sind 80 Zettel ein guter Richtwert. Ein Zettel alle 15 Sekunden zwischen Minute 15 und 35 in Rahmen 9 ergibt genau 80.
- Regel 4 Aufgreifen und weiterentwickeln Fremde Ideen dürfen aufgegriffen und verbessert werden. Niemand besitzt hier eine Idee. z. B. "Material am Vortag verschicken" plus "Lesezeit an den Anfang legen" ergibt einen weiteren Zettel.
2. Ideenlandkarte (die Zweige sind Denkrichtungen, hier wird noch nicht sortiert)
- Beispielthema
Wie verkürzen wir die
wöchentliche Besprechung um 30 Minuten?
- Das Davor verändern z. B. Material am Vortag verschicken
- Den Ablauf verändern z. B. Höchstens zwei Minuten pro Person
- Das Danach verändern z. B. Nur Beschlüsse, in drei Zeilen
- Die Runde verändern z. B. Nur einladen, wer entscheidet
- Die Werkzeuge tauschen z. B. Kein Screensharing, ein Blatt Papier
- Ganz streichen z. B. Zweiwöchentlich, zwei Wochen testen
3. Beispielcluster / Vorher klären
- z. B. Material am Vortag schicken und mit Fragen starten
- z. B. Die Agenda vor der Einladung auf drei Punkte kürzen
- Über die Zweige aus Rahmen 2 hinweg 3 bis 6 ähnliche Zettel zusammenziehen und kurz benennen
- Eine Idee ohne passendes Bündel darf allein stehen bleiben
4. Beispielcluster / Ablauf ändern
- z. B. Zwei Minuten pro Beitrag, Timer sichtbar auf dem Bildschirm
- z. B. Die Moderation reihum wechseln lassen
- Namen in der Form "... verändern" lassen sich besser vergleichen
- Ein Bündel mit mehr als zehn Zetteln in zwei Bündel teilen
5. Beispielcluster / Ohne Treffen lösen
- z. B. Zweiwöchentlich umstellen und zwei Wochen testen
- z. B. Reine Statuspunkte in den Chat verlegen
- Bei 3 bis 5 Bündeln geht es weiter zum nächsten Schritt
- Wirkt alles einseitig, eine Runde durch die sechs Denkhüte in Rahmen 6 drehen und fünf Minuten lang fehlende Blickwinkel ergänzen
6. Sechs Denkhüte (Perspektive wechseln / Einseitigkeit auflösen, bevor Rahmen 8 kommt)
- Thema
z. B. Wie verkürzen wir die wöchentliche Besprechung um 30 Minuten?
- Weiß: Fakten und Daten Nur Tatsachen nennen. Meinung und Zahlen nicht vermischen. z. B. Einmal pro Woche, 60 Minuten, 8 Teilnehmende. Material erst am Tag selbst.
- Rot: Gefühl und Bauch Begründungen sind nicht nötig. Sagen, was man empfindet. z. B. Zu lang. Die Hälfte der Punkte betrifft mich gar nicht.
- Schwarz: Risiken und Bedenken Kritik gehört ausschließlich unter diesen Hut, sonst nirgendwo aufs Board. z. B. Eine kürzere Besprechung könnte mehr Nacharbeit erzeugen.
- Gelb: Nutzen und Wert Sammeln, was besser wird, wenn es gelingt. z. B. Pro Person kommen vier Stunden pro Woche für die eigene Arbeit zurück.
- Grün: Kreativität und Alternativen Neue Ideen entwickeln, die die Bedenken aus Schwarz entkräften. z. B. Damit keine Nacharbeit entsteht, die Beschlüsse sofort in drei Zeilen festhalten und teilen.
- Blau: Steuerung und Ordnung Festlegen, was als Nächstes passiert. Alle tragen gleichzeitig denselben Hut und drehen eine Runde durch alle sechs in fünf Minuten. z. B. Die grünen Alternativen zu den Bündeln in Rahmen 3, 4 und 5 legen und die Leitidee jedes Bündels an Rahmen 8 übergeben.
7. SCAMPER-Checkliste (Ersetzen, Kombinieren, Anpassen, Verändern, Anders nutzen, Weglassen, Umkehren - von oben durchgehen, wenn nichts mehr kommt)
| Leitfrage | Beispiel (kürzere Besprechung) | |
|---|---|---|
| S Ersetzen | Lässt sich ein Teil durch etwas anderes ersetzen | z. B. Den mündlichen Bericht durch eine Zeile im gemeinsamen Dokument ersetzen |
| C Kombinieren | Lassen sich zwei Dinge zu einem zusammenlegen | z. B. Tagesrunde und Wochenmeeting zu 15 Minuten pro Woche zusammenlegen |
| A Anpassen | Lässt sich etwas übernehmen, das anderswo gut läuft | z. B. Die Agenda auf einem Blatt festhalten, wie ein Bestellzettel in der Gastronomie |
| M Verändern, Größe | Lassen sich Größe, Dauer oder Häufigkeit ändern | z. B. Aus 60 Minuten werden 30. Aus acht Teilnehmenden werden vier |
| P Anders nutzen | Lässt sich das Ganze anders nutzen | z. B. Die Besprechungszeit in gemeinsame Arbeitszeit umwidmen |
| E Weglassen | Welcher Teil fehlt niemandem, wenn er wegfällt | z. B. Punkte, die man lesen kann, streichen und nur das Dokument teilen |
| R Umkehren | Lassen sich Reihenfolge oder Rollen umkehren | z. B. Mit dem Ergebnis beginnen. Die jüngsten Mitglieder sprechen zuerst |
8. Eingrenzen (Wirkung und Machbarkeit)
Senkrechte Achse: Größe der Wirkung (oben = groß / unten = klein) / Waagerechte Achse: Machbarkeit (rechts = sofort testbar / links = braucht Vorbereitung)
- Große Wirkung, braucht Vorbereitung Der heiße Kandidat. Heute nicht entscheiden, sondern nur notieren, wer was vorbereitet, und in die Spalte Nächste Schritte legen.
- Große Wirkung, sofort testbar Die 2 Ideen für heute kommen von hier. Zuständigkeit und Frist sofort festhalten und in der nächsten Woche berichten.
- Kleine Wirkung, braucht Vorbereitung Diesmal zurückstellen. Die Zettel nicht wegwerfen, sondern als Material für das nächste Mal in der Spalte Auswählen lassen.
- Kleine Wirkung, sofort testbar Wer es bemerkt, erledigt es direkt. Für diesen Quadranten wird keine Besprechungszeit verbraucht.
9. Ablauf der 60 Minuten
- Minute 0-10 Vorbereitung und Regeln Das Thema vorlesen und die 4 Regeln gemeinsam laut bestätigen. Auch die Rollen werden verteilt.
- Minute 10-15 Still für sich schreiben Niemand spricht, alle schreiben auf Zettel. Diese fünf Minuten verhindern, dass eine Person alles liefert.
- Minute 15-35 Alles herausholen Reihum vorlesen und ankleben. Höchstens 15 Sekunden pro Zettel, keine Fragen, keine Bewertung.
- Minute 35-50 Gruppieren Ähnliche Ideen zu 3 bis 5 Bündeln zusammenziehen und kurz benennen. In den letzten fünf Minuten eine Runde durch die sechs Denkhüte in Rahmen 6 drehen und fehlende Blickwinkel ergänzen.
- Minute 50-60 Eingrenzen und erster Schritt Die Ideen in die vier Quadranten in Rahmen 8 legen, auf 2 eingrenzen, Zuständigkeit und Frist festlegen und schließen.
Inhalt des Aufgabenboards
Thema und Vorbereitung 16 Einträge
Session vorbereiten
Wer erst nach dem Start überlegt, verliert die ersten 15 Minuten. Thema, Teilnehmende und Regeln stehen schon am Vortag fest.
Frage formulieren
Das Thema in einem Satz formulieren, in der Form "Wie können wir ...?". Zu weit gefasst zerstreut die Ideen, zu eng gefasst bringt keine - die Beispiele helfen beim Zuschnitt.
Rollen festlegen
4 bis 6 Personen einladen und Moderation, Protokoll und Zeitwächter benennen. Die Moderation bringt keine eigenen Ideen ein, sondern holt alle ins Gespräch.
4 Regeln aushängen
Keine Kritik, Spinnen ist erlaubt, Quantität vor Qualität und Aufgreifen und weiterentwickeln in Rahmen 1 aufhängen und zu Beginn vorlesen. Allein das senkt die Zahl der ablehnenden Bemerkungen.
Alle Ideen sammeln
Die divergierende Hälfte. Hier wird nicht bewertet, sondern nur Menge erzeugt. Wer schon jetzt aussortiert, endet mit weniger als der Hälfte der Ideen.
Still schreiben
In den ersten fünf Minuten spricht niemand, alle schreiben auf Zettel. Spricht die lauteste Stimme zuerst, ziehen alle anderen Ideen hinterher.
Vorlesen, ankleben
Reihum jeden Zettel vorlesen und auf die Landkarte in Rahmen 2 kleben. Pro Zettel höchstens 15 Sekunden, keine Rückfragen und keine Bewertung.
SCAMPER nutzen
Wenn nichts mehr kommt, die 7 Impulse aus Rahmen 7 von oben durchgehen. Auch eine abgewandelte Idee vom Board zählt als neue Idee.
Ideen gruppieren
Die Mitte der Session. Aus Dutzenden loser Zettel lässt sich nichts auswählen, also Ähnliches zusammenziehen, benennen und auf 3 bis 5 Cluster kommen.
Zettel bündeln
Verwandte Zettel zu Bündeln von 3 bis 6 Stück zusammenschieben. Eine Idee, die nirgends passt, bleibt lieber allein stehen.
Cluster benennen
Jedem Bündel einen kurzen Namen geben und ihn in die Rahmen 3, 4 und 5 schreiben. Durch das Benennen fallen fehlende Blickwinkel auf.
Blickwinkel prüfen
Mit den sechs Denkhüten aus Rahmen 6 (Fakten, Gefühle, Risiken, Nutzen, Kreativität, Steuerung) der Reihe nach prüfen, ob die Cluster einseitig sind, und Ideen für die fehlenden Blickwinkel ergänzen. Eine Runde durch alle sechs Hüte in fünf Minuten reicht.
Auswählen und tun
Die konvergierende Hälfte. Die Ideen nach Wirkung und Machbarkeit neu legen, auf 2 sofort startbare eingrenzen und Zuständige benennen.
In die Matrix legen
Die Leitidee jedes Clusters in die vier Quadranten in Rahmen 8 legen. Alle legen nacheinander je einen Zettel, im Zweifel zählt die Wirkung mehr.
Zwei Ideen wählen
Aus dem Quadranten oben rechts genau 2 Ideen wählen. Die übrigen nicht wegwerfen, sondern in der Spalte Auswählen als Material für das nächste Mal lassen.
Zuständige festlegen
Den 2 gewählten Ideen je eine zuständige Person und eine Frist geben und sie in die Spalte Nächste Schritte ziehen. Ohne diesen Schritt bleibt es bei einer Besprechung.